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Nimm Sünde ernst!

Ein Artikel von Geoffrey Thomas

Berufe dich in deiner Sünde auf Jesus. Für jeden Blick auf deine Sünde blicke zehnmal und mehr auf Christus. Aber wirst du auf ihn blicken wollen, wenn du nicht begriffen hast, in welcher Not du steckst? Wirst du deine Not erkennen, wenn du deine Sünde nicht erkannt hast?

Warum werden der Sohn Gottes und seine Vergebung in der Gemeinde heutzutage für uneingeschränkt verfügbar erachtet? Weil man gedankenlos in Bezug auf Sünde ist. Die Wiederentdeckung der Herrlichkeit der Erlösung durch Christus ist unsere dringendste Not. Der reifste Mann Gottes braucht einen frischen Blick auf Jesus Christus, sodass er ausruft: „Halleluja! Was für ein Retter!“ Das ist das Kennzeichen einer wachsenden und erweckten Gemeinde. Und diese Fülle des Geistes, die den Sohn verherrlicht, kommt zum großen Teil durch eine Überführung von unserer Sünde und ein Bewusstsein unseres Bedürfnisses für diesen herrlichen Befreier von der Herrschaft, Verkehrtheit und Verdammnis der Sünde. Also, junger Christ, nimm Sünde ernst!

Folgen und Wesen von Sünde

Erkenne, wie die Sünde das Gesetz Gottes in Stücke zerreißt. Zwei Tafeln mit sicheren, guten, heiligen, gerechten, geistlichen und nützlichen Regeln – die Sünde wirft sie nieder und zerschmettert sie beide. Ist das eine unbedeutende Handlung? Das heilige Gesetz Gottes, die Zusammenfassung seines Wesens und seiner Vollkommenheit, zu verachten und zu zerstören?

Erkenne, wie kühl die Sünde auf den Charakter unseres Schöpfers blickt. Er, der Urheber ist von allem, was majestätisch, herrlich, schön und exzellent ist. Sie überschüttet ihn mit Verachtung. Schau auf die furchteinflößendsten Geschöpfe in der Welt und stell dir vor, sie nähern sich dir. Und doch hasst keines dieser Geschöpfe von Natur aus Gott. Nur die Sünde – deine Sünde und meine – verachtet und verstößt Gott.

Erkenne, dass Sünde die Ursache für die Warnungen des lebendigen Gottes ist. Gott hasst alles, was ein Widerspruch zu seinem Wesen ist. Alles, was niedrig, hinterhältig, grausam, egoistisch, götzendienerisch, gierig und lüstern ist, wird vom dreifach heiligen Herrn verschmäht. Alles, was im Himmel und im Himmel der Himmel ist, die Engel und Seraphim, die Geister der vollendeten Gerechten, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, sind alle eins in ihrem rechtschaffenen Zorn über die Sünde. Und sollte uns das egal sein? Eines Tages werden wir die Sünde genauso verabscheuen wie sie.

Erkenne die Konsequenzen der Sünde. Erinnere dich an den reichen Mann in der Geschichte von Jesus und die große Kluft, die zwischen ihm und der Seligkeit derer, die im Himmel sind, festgesetzt ist (Lk 16,19–31). Er sehnt sich nach Befreiung, aber er kann diesen Ort niemals verlassen. Ein Tropfen Wasser ist alles, worum er bittet, aber er wird ihn niemals bekommen. Was hat ihn dorthin gebracht, diesen wohlhabenden Mann, der alles hatte, diesen stolzen Sohn? Was hat ihn mit den vielen verbunden, die jahrelang entschlossen dem breiten Weg gefolgt sind, sich jedem Angebot der Barmherzigkeit verweigert und Christus den Erlöser verschmäht haben? Es war Sünde. Der Sold der Sünde ist der Tod – der physische Tod in dieser Welt und der entsetzliche zweite Tod in der kommenden Welt.

„Was denken der Vater, der Sohn und der Heilige Geist über Sünde? Bedenke das Ende des Sohnes, den Gott der Vater liebt. […] Gott verschonte ihn nicht.“

Erkenne das Gericht über die Sünde, das auf Golgatha über den Herrn Jesus kam. Was denken der Vater, der Sohn und der Heilige Geist über Sünde? Bedenke das Ende des Sohnes, den Gott der Vater liebt. Es gibt keinen liebenderen Vater als unseren himmlischen Vater und keinen geliebteren Sohn als den Sohn Gottes. Und doch trug der Sohn Gottes unsere Sünden an seinem Leib ans Kreuz. Der Sohn Gottes wurde das Lamm Gottes. Der, der von keiner Sünde wusste, wurde für uns zur Sünde gemacht. Aber Gott der Vater verschonte ihn nicht. Es kann nicht den geringsten Kompromiss mit der Sünde geben. Gott hielt seine Gerechtigkeit nicht zurück und zeigte dadurch, das Sünde zwangsläufig Verdammnis nach sich zieht. Es gefiel dem Vater, Christus zu zerschlagen. Der Vater nahm seine Zuchtrute und Christus ertrug sie an unserer statt.

Nimm Sünde ernst!

All das zeigt den Ernst auf, mit dem Gott auf Sünde blickt. Es zeigt, wie unbeschreiblich all das ist, was Gott ertrug, damit nichtswürdige Menschen wie wir von allen Übertretungen erlöst werden können. Und du kannst mit den Achseln zucken? Du kannst nicken und doch weiter sündigen in Worten, Taten, Einstellungen und Unterlassungen?

Jesus Christus ist alles, was Sünder benötigen. Er kann all deine Sehnsüchte erfüllen und die mächtigen Ketten sprengen, die dich an die Sünde binden. Falls du schon Christ bist: Töte die verbleibende Sünde in dir ab. Erdrossele sie. Gib ihr keine Luft zum Atmen. Lass sie verhungern. Weigere dich, sie mit dem kleinsten Bissen zu füttern. Nimm die Sünde ernst, weil du die Gerechtigkeit und das Blut Christi ernstnimmst.


Geoffrey Thomas ist leitender Pastor der Alfred Place Baptist Church in Aberystwyth, Wales. Er ist Gastprofessor für Historische Theologie am Puritan Reformed Theological Seminary und Mitherausgeber der Zeitschrift Banner of Truth.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Evangelium21. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung.

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