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Gedanken zur Evangelisation – Teil 1

Gedanken zur Evangelisation:  Die Engel-Skala

Der Name „Engel Skala“ hat nichts zu tun mit Engeln, sondern so hieß der Mann der diese Skala entwickelte. Sie ist nur ein kleines Hilfsmittel zum besseren Verstehen, was alles geschieht auf der Reise eines Menschen von der Gottferne zum Jünger Jesu.  Sie muss auch nicht immer so ablaufen, aber sie macht etwas deutlich: Wir evangelisieren nicht nur, wenn wir mit jemanden reden und der bekehrt sich am Ende des Gesprächs; wir evangelisieren auch, wenn wir den anderen einen kleinen Schritt in Richtung Gott oder Jesus oder Bekehrung weiterführen.  Wie schnell die einzelnen Schritte durchlaufen werden, kann auch sehr unterschiedlich sein. Und natürlich gibt es keine Garantie daß jemand bei +4 ankommt.

Wie sind nun die einzelnen Schritte der Engel Skala (beispielhaft, es gibt durchaus unterschiedliche Ausprägungen):

-8: Religiöse Offenheit ohne echtes Interesse
-7: Mangelnde Kenntnis vom Christentum
-6: Allgemeine Kenntnis vom Christentum
-5: Unterscheidung Christentum und Evangelium
-4: Verstehen der guten Nachricht
-3: Persönliche Betroffenheit
-2: Herausforderung zur Entscheidung
-1: Entscheidung zur Lebensübergabe
0: Wiedergeburt und Heilsgewißheit
1: Bestätigung der Entscheidung
2: Integration in eine Gemeinde
3: Wachsen in der Jüngerschaft
4: Entwicklung zur geistlichen Reife

Hier bei uns in Graz sind wir ja sehr oft mit Stufe -8 konfrontiert. Oder es gibt nicht einmal die Offenheit für religiöse Themen. Das wäre dann -9.   Auch da ist Gott nicht am Ende, aber es braucht wohl zuerst einmal ein spezielles Eingreifen Gottes, damit das religiöse Interesse geweckt wird.
Woran erkennt man in welcher Stufe jemand sein könnte? Ein typischer Satz für jemanden in Stufe -8 könnte sein: „Es muß ein höheres Wesen geben“.   Ein typischer Satz für -7 könnte sein: „Ich kenne das Christentum nicht“. Und in Stufe -6 kommen Fragen wie: Schau dir die Kirchen an, nicht sehr attraktiv, und überhaupt die Kreuzzüge, usw…

So ernüchternd solche Fragen oft sind, kann es doch ein Zeichen sein, daß sich in dem Menschen etwas bewegt – daß er näher zu Gott kommt. Was ermutigend wäre, auch wenn die Person noch lange nicht bekehrt ist.
Es kann hilfreich sein, sich zu überlegen, wo dürfte denn mein Freund, mein Arbeitskollege etc. stehen? Denn in jeder Stufe braucht der Freund, Arbeitskollege etc. etwas anderes… Bei Stufe -8 vielleicht einfach mal ein Nachfragen, wie die andere Person sich dieses höhere Wesen vorstellt…

Den Satz: „Ich kenne das Christentum nicht“, (Stufe -7) hab ich persönlich noch nie gehört. Mein Eindruck ist, unsere Mitmenschen meinen, sie kennen das Christentum, haben aber in Wahrheit keine Ahnung vom Evangelium. Wenn es hier gelingt eine gewisse Neugier auf das Christentum zu erzeugen, (vielleicht durch ein kurzes Zeugnis, was Glaube für mich bedeutet) ist schon sehr viel geschehen.

Viel Freude und Segen beim betenden überlegen, wo „dein Nächster“ wohl stehen könnte, und wie  ein nächster Schritt gehen könnte.
Christoph R.
Fortsetzung folgt…

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